Stetige Kontrolle bringt Erfolg.
Warum genügt es nicht, wenn ich
mich wiege?
Das Wiegen ist nur beschränkt aussagekräftig. Wenn Sie sich auf eine
Waage stellen, erfahren Sie Ihr Gewicht, das zusammengesetzt ist aus
Knochen, Organen, Blut, Fett, Muskeln und anderem Gewebe. Diese Zahl
kann jedoch irreführend sein, denn Muskeln wiegen mehr als Fett.
Vergleichen wir mal zwei Männer, die beide 1,73 m groß sind und 86 kg
wiegen. Einer davon ist ein schlanker Bodybuilder, der eine Menge
Muskeln mit sich rumschleppt, der andere ein schlaffer Sportmuffel,
dessen Wampe über den Hosengürtel hängt.
Da das Gewicht allein irreführend sein kann, ist es nützlich, die
Zusammensetzung der für das Gewicht zuständigen Anteile zu kennen.
Welchen Anteil am Gewicht hat Fett und wie viel machen die anderen
Körpergewebe aus? Das Verhältnis der beiden
zueinander bestimmt, zu wie viel Prozent Ihr Körper aus Fett besteht,
also den Körperfettanteil in Prozent.
Der Anteil Ihres Körperfettes ist aber nicht unbedingt ein Indikator für
Ihre Gesundheit. Es stimmt zwar, daß kardiovaskuläre Erkrankungen,
Diabetes und einige Krebsarten häufiger bei Über-gewichtigen auftreten –
bei Männern mit über 20 Prozent, bei Frauen mit über 30 Prozent
Körperfett, mittlerweile glauben jedoch einige Forscher, daß diese
Krankheiten keine Folge von
Übergewicht, sondern die Folge von Bewegungsmangel und falscher
Ernährung sind. Anders ausgedrückt, wenn Sie regelmäßig Sport treiben
und vernünftig essen, wird Ihnen das Übergewicht nicht schaden. Über
diese Aussage wird natürlich heftig diskutiert, aber Einigkeit scheint
darin zu bestehen, daß ein fetter Bauch ein größeres gesundheitliches
Risiko darstellt als stämmige Oberschenkel.
Ungeachtet dieser unterschiedlichen Meinungen befürworte ich die Messung
des Körperfettes als Bestandteil eines Fitnesstests. Die Veränderung des
Körperfettes ist bei der Bewertung eines Trainingsprogramms
aussagekräftiger als ein verändertes Gewicht. Die Waage zeigt zum
Beispiel einen Gewichtsverlust von 3 Kilo an. Aber bei der Messung Ihres
Körperfettes kann sich heraus-stellen, daß Sie in Wirklichkeit 4,5 Kilo
Fett abgenommen und 1,5 Kilo Muskeln zugelegt haben –
und das sieht doch wirklich besser aus.
Allerdings ist keine Methode, anhand derer das Körperfett gemessen wird,
fehlerfrei. Sogar die besten Methoden sind nicht ganz genau. Eine
Methode zeigt möglicherweise 24, eine andere 29 Prozent an. Die
Ergebnisse können sogar bei der Verwendung des gleichen Testverfahrens
äußerst unterschiedlich sein, abhängig von der Erfahrung des Prüfers und
dem Zustand des Testgerätes. Es gibt leider keine sichere Möglichkeit,
um Ihr Körperfett akkurat zu bestimmen. Nachfolgend werden die
bekanntesten – wenn auch nicht 100%ig sicheren – Methoden im einzelnen
beschrieben.
1. Calipermessung
Der am häufigsten verwendete Test zur Bestimmung des Körperfettes
wird mit einer Fettzange durchgeführt, einem so genannten Caliper. Eine
Messleiste an der Zange zeigt die Dicke der Hautfalten an. Im Normalfall
wird an drei bis sieben kritischen Körperstellen gemessen, wie etwa
Bauch, Oberarm, Schenkel, Hüften und Rücken. Die Ergebnisse der
Messungen werden aufgezeichnet und aus einer Formel der prozentuale
Anteil des Fettes am Gesamtgewicht ermittelt.
Messungen sollten sicherheitshalber an den gleichen Stellen zwei- bis
dreimal wiederholt werden.
Experten stufen diesen Test mit 4 Fehlerpunkten ein, d.h., daß Ihr
Körperfett 4 Prozentpunkte vom tatsächlichen Wert nach
oben oder unten abweichen kann.
Hier die Formel für die Hautfaltenmessmethode.
A = Alter
bd = Körperdichte
bf = Körperfett in %
S = Summe der Hautfalten in mm
Formeln zur Berechnung des Körperfett-Anteils:
bd =1,10938 - 0,0008267 * S + 0,0000016 * S⊃2; - 0,0002574 * A
bf = (495 - 450 * bd) / bd (in %)
2. Widerstandsmessung
Ebenfalls bekannt und beliebt zur Bestimmung des Körperfettes ist die
Messung des bioelekrischen Widerstands. Sie liegen auf dem Rücken, eine
Elektrode wird an Ihrem Fuß, eine an Ihrer Hand angeschlossen. Ein
elektrisches Signal wandert von Ihrem Fuß zu Ihrer Hand. Je länger das
Signal hierfür braucht, desto mehr Körperfett haben Sie. Fett behindert
oder blockiert das Signal. Muskeln hingegen lassen das Signal schnell
durch, da Sie zu etwa 70 Prozent aus Wasser bestehen und daher Strom gut
leiten. Fett besteht nur aus 5 bis 13 Prozent Wasser.
Die Fehlerquote bei diesem Test kann riesig sein, vor allem wenn Sie
sehr dick oder sehr mager sind. Eine Studie mit dieser Meßmethode ergab,
daß Weltklasse- Langstreckenläuferinnen im Durchschnitt 20 Prozent
Körperfett haben, während sie in
Wirklichkeit näher bei 10 Prozent liegen. Dehydration ist ein weiterer
Grund für falsche Ergebnisse. Wenn Ihr Körper weniger Wasser als
gewöhnlich enthält, führt dies ebenfalls dazu, daß sich das Signal
verlangsamt, was fälschlicherweise als ein hoher
Fettanteil bewertet wird. Trinken Sie mindestens 24 Stunden vor dem Test
keinen Alkohol oder Kaffee, da dies zu Dehydration führen kann.
Das ist der Grund, warum sich ein Sportler die Ausgabe für eine
Tanita-Fettmesswaage sparen kann, denn deren Funktion beruht auf diesem
Prinzip.
In Fitness-Studios, Krankenhäusern und auf Sport- und Gesundheitsmessen
wird diese oder eine ähnliche Methode oft eingesetzt. Aber verlassen Sie
sich nicht allein auf dieses Ergebnis. Lassen Sie zusätzlich von einer
Fachkraft den Fettzangen-Test durchführen.
3. Tauchmessung
Die Unterwassermethode ist zwar die beschwerlichste, aber auch die
präziseste Methode, das Körperfett zu bestimmen. Sie sitzen auf einer
Waage in einem mit warmen Wasser gefüllten Tank und fühlen sich wie eine
riesige Tortellini, die in einem großen Topf schwimmt. Jetzt kommt der
nervige Teil an der ganzen Sache: Sie müssen die gesamte Luft aus Ihren
Lungen blasen und sich nach vorne beugen, bis Sie völlig unter Wasser
sind. Wenn Sie Ihre Lungen nicht ganz leerblasen, wird der Test mehr
Körperfett anzeigen, als Sie in Wirklichkeit haben. Dieses Wissen allein
lässt Sie beim Ausatmen der Luft vor Anstrengung fast platzen. Sie
müssen ca. 5 Sekunden unter Wasser ausharren, während eine Digitaluhr
Ihr Unterwassergewicht in Kilogramm registriert.
Aus Ihrem Unterwassergewicht wird dann mit Hilfe einer mathematischen
Formel Ihr Körperfett bestimmt. Diese Methode beruht auf dem
physikalischen Gesetz, daß Muskeln sinken und Fett schwimmt. Fett ist
leichter als Wasser, Muskeln hingegen sind schwerer. Je mehr Fett Sie
haben, desto stärker ist der Auftrieb, wenn man den Körper unter Wasser
drückt.
Die Fehlerquote dieser Methode liegt bei jungen Erwachsenen und
Erwachsenen mittleren Alters bei 2 bis 2,5 Prozent. Bei Kindern, älteren
und sehr schlanken Personen sind die Ergebnisse nicht so genau. Das
liegt daran, daß die Gewebe, die nicht aus Fett oder Muskeln bestehen,
die Messung beeinflussen können. Bei Kindern sind die Knochen noch nicht
voll entwickelt, während sie bei älteren Personen mit großer
Wahrscheinlichkeit porös und bei sehr sportlichen Leuten dichter als
gewöhnlich sind. Diese Tests können auch nur in Spezialkliniken
durchgeführt werden.
Die 7-Falten-Formel nach
Jackson-Pollock
Es gibt viele verschiedene
Methoden, seinen Fettgehalt zu messen. Allerdings denke ich, dass bei
mehreren Messpunkten das Ergebnis auch genauer wird, darum nutze ich
selbst immer diese.
Die Messpunkte dieser Methode sind über den ganzen Körper verteilt, und
auch das Alter des Athleten wird mit eingerechnet.
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